Europäischer Suchindex

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Nick Schilken: Europäischer Suchindex – nachhaltig zur Google-Alternative, digitalcourage 16.03.2021 beschreibt die Notwendigkeit eines Europäischen Suchindex.
„1. Europa wäre nicht mehr darauf angewiesen, auf Indizes aus USA, Russland und China zuzugreifen – somit wird die Souveränität gestärkt.
2. Europäische Gesetze und Werte bilden den Rahmen für den Suchindex und somit auch für Suchmaschinen und andere Produkte, die auf ihm aufbauen. Eine Vielfalt an Suchmaschinen ist förderlich für die Demokratie weltweit.
3. Es gibt die Möglichkeit für neue Geschäftsmodelle von Suchmaschinen, die nicht „pseudo-gratis im Tausch gegen Nutzerdaten“ sind. Nutzer.innen könnten zum Beispiel Suchmaschinen ihrer Wahl – per Abo, als Genossenschaft oder durch Spenden – finanzieren.
4. Die EU kann sicherstellen, dass der Index zu fairen Konditionen nutzbar ist und dass ein gesunder Wettbewerb stattfindet.
5. Wir verlassen uns momentan auf einzelne Suchmaschinen, die uns keinen Einblick in den Aufbau ihrer Suchalgorithmen und Datensammlungen erlauben. Dadurch wird Manipulation und Missbrauch ermöglicht.
6. Der Zugang zu Daten, Informationen und Wissen kann momentan gemäß wirtschaftlichen oder politischen Interessen des jeweiligen Anbieters eingeschränkt werden.“

Der Index sollte möglichst alle Inhalte des Web umfassen und allen Zugriff ermöglichen. Des Weiteren sollte er am besten durch die EU finanziert, jedoch staatsfern und unabhängig organisiert werden, um einseitige politische Einflussnahme zu vermeiden. Dementsprechend sollten auch die AGB gestaltet werden. Der Aufbau eines offenen Suchindex stellt demnach eine Infrastrukturaufgabe dar, die für die Trennung von öffentlich finanzierter Infrastruktur und privatwirtschaftlich betriebenen Diensten sorgt. Diese Infrastruktur lässt sich vergleichen mit Stromnetzen oder Straßen, die grundsätzlich zu Privatzwecken, aber auch zu unternehmerischen Zwecken genutzt werden dürfen. Die Verantwortung, einen sicheren und fairen Zugang zu schaffen, bleibt jedoch Aufgabe des Staates beziehungsweise der europäischen Staaten.“

Weiterführende Links und Quellen werden im Anhang aufgeführt.

Alternative Suchmaschinen 2: Indizes

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Ob man durch Anklicken von Werbeeinschaltungen Bäume in Afrika pflanzen kann https://www.ecosia.org/ mit Happiness Officer als Personal oder aber eine ernsthafte Alternative versucht wie metager – www.metager.de. Das Problem bleibt: Wo kommen die Daten, die Suchindizes her? Fast alle übernehmen ihre Daten von den Programmierschnittstellen (API) von Google und Bing/ Yahoo. Dafür muss entweder bezahlt werden, die Schaltung von Anzeigen oder die Übertragung von Nutzerdaten akzeptiert werden. Einige der alternativen Suchmaschinen lassen noch zusätzliche Crawler laufen über einige spezielle Gebiete. Aber sie sind nicht Herr der Daten. Wenn Google und Bing/Yahoo ihre API einstellen, sind sämtliche dieser Geschäftsmodelle zerstört, denn mit einem Crawler über Wikipedia und Chefkoch lässt sich keine überzeugende Suchmaschine erstellen.

Das Interesse von Google ist klar: Google hat das Monopol, und wenn man dieses angreifen und den Konzern zerschlagen sollte, ist diese API eine Argumentation, dass man der Konkurrenz selbst sogar Daten anbietet. Es ist im Grunde ein Baustein zur Aufrechterhaltung des Monopols.

Wo kommen die Daten her?

www.startpage.com Google
www.metager.de Yahoo (sowie eine Reihe von weiteren Suchmaschinen und Seiten, mit Klick auf dem + über der Suchleiste anzusehen)
www.qwant.com Bing sowie „eine bunte Mischung aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Netzquellen“ Qwant zeigt Google die Zähne, DW 12.04.2014
https://duckduckgo.com/ Yahoo, Yummly (Rezepte), Wikipedia

Dass Erstaunliche ist, dass diese Überblicke behaupten, die Suchergebnisse seien so gut wie die Suche mit Google – was meinen Erfahrungen eindeutig widerspricht.

Völlig ausgeblendet bleiben Baidu und Yandex , die nach Meinung von Suchmaschinenexperten jeweils selbständig einen Index aufbauen.