Bibliotheken und KI

Bach, Nicolas: KI in Bibliotheken vor und nach dem Aufkommen von ChatGPT: Eine kritische Diskursanalyse, zenodo 08.05.2024Anhand einer Gegenüberstellung von damaligem und dem aktuell in der Bibliothekscommunity geführten KI-Diskurs zeigt diese Arbeit, dass LLMs eine Veränderung in der Wahrnehmung von KI bewirkt haben und durch ihre niedrigschwellige Nutzbarkeit und universelle Einsetzbarkeit aktuell bereichsspezifische KI-Lösungen, an oder mit denen einzelne Bibliotheken arbeiten, in den Hintergrund drängen. Jedoch sind außer generischen Erleichterungen des Alltagsgeschäfts durch LLMs aktuell noch keine Durchbrüche bei den Kernaufgaben der bibliothekarischen Profession gelungen. Andererseits verhärtet sich die Diskussion darum, ob die bibliothekarische Aufbereitung von Informationsressourcen mittels Metadaten nicht bald obsolet sein könnte, sollten sich LLMs im Bereich der Suchsysteme durchsetzen”

Grenzen der KI bei Profi-Suche

Heike Baller: Warum ich KI bei der Recherche nicht empfehlen kann. Profi-Wissen beschreibt die Grenzen der KI-Suche. “Doch die Sache hat bei den Tools rund um Recherche in der Regel einen Haken. Sie zeigen zwar, wie das Vorgehen und auch das Ergebnis aussehen, doch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Ergebnissen findet in der knappen Zeit nicht statt. Mit anderen Worten, sie schauen nicht, ob die Treffer, die solche KI-gestützten Recherche-Tools auswerfen, auch tatsächlich den Anforderungen der Anfrage entsprechen. Das ist jedoch für mich ein ganz wichtiger Aspekt, der darüber entscheidet, ob ich ein Tool nutze oder nicht. Bei meinen eigenen Versuchen sehe ich häufig Ergebnisse, die mit der Anfrage nur sehr wenig zu tun haben.”

KI-Bildgenerator für Buchstaben

Jens: Gentype: Google startet neuen KI-Bildgenerator für Buchstaben – nützlich für schicke Grußbotschaften, Google Watch Blog 16.06.2024
“Google hat den neuen Bildgenerator GenType vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen sehr zielgerichteten Bildgenerator, der lediglich die 26 Buchstaben des Alphabets erstellen kann. Im Prompt kann der Stil vorgegeben werden, aus dem die Buchstaben erstellt werden sollen, wobei auch die üblichen längeren Beschreibungen zum Einsatz kommen können. Aber auch mit einigen wenigen Stichwörtern kommt ihr zum Ziel. Habt ihr den Generator angestoßen, wird Buchstabe für Buchstabe einzeln erstellt, wobei die Reihenfolge variiert. Unter dem Textfeld seht ihr alle Buchstaben in einer Vorschau. Sobald der Generator seine Arbeit erledigt hat, wird das Textfeld freigeschaltet und ihr könnt einen beliebigen Text eingeben, der mit diesen Buchstaben dargestellt wird.”
https://labs.google/gentype

Zukunft der Suchmaschinen

Vortrag von Prof. Dirk Lewandowski zur Zukunft der Suchmaschinen der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen: “Ändert sich bei den Suchmaschinen – wieder einmal – alles? Mit dem Aufkommen von generativen Sprachmodellen und insbesondere ChatGPT stellt sich die Frage, wie die Informationssuche im Internet gestaltet werden soll, aufs Neue. Wird es endlich gelingen, informationssuchenden Personen genau die maßgeschneiderten Antworten zu geben, nach denen sie verlangen? Wird dies das Ende der Suchergebnisse als Listen von Dokumenten bedeuten? Und wie wirkt sich diese neue „Antwortkultur“ auf die Suchmaschinenbetreiber und die Anbieter von Inhalten aus? Der Vortrag wagt einen Blick in die nähere Zukunft von Suchmaschinen wie Google und Bing, geht aber auch auf die Rolle von spezialisierten Suchsystemen, wie sie beispielsweise von Informationseinrichtungen angeboten werden, ein.”
Vortrag auf Youtube 06.02.2024
Präsentationsfolien des Vortrags

Wissenschaft und KI

Henrik Müller, Professor TU Dortmund: Warum uns AI zu natürlicher Intelligenz zwingt. Keynote Symposium “Wissenschaftliches Schreiben mit KI und ChatGPT? Wohin geht die Reise?” anlässlich des 20jährigen Jubiläums von German Medical Science (GMS). 14.12.2023
Christian Spannagel, Professor für Mathematik und ihre Didaktik mit Schwerpunkt Informatik und Implementierung an der PH Heidelberg: ChatGPT, Bard & Co: Einsatz von KI-Systemen beim wissenschaftlichen Schreiben, Vortrag Heidelberg 25.01.2024
Prof. Dr. Holger Lyre & Prof. Dr. Sebastian Stober: “KI trifft Philosophie: Was versteht ChatGPT?“, Otto-von-Guericke-Vorlesung, Universität Magdeburg, 29. November 2023

KI-Toolbox für den Unterricht

Der Digital Learning Hub Sek II (DHL) – für Berufsbildung und Mittelschulen des schweizerischen Kantons Zürich – hat eine KI-Toolbox zusammengestellt, die auch von allgemeinem Interesse ist:
Grundlagen, Multifunktionale Chatbots, KI-Suchmaschinen, KI-Bildgeneratoren, KI-Analysesysteme für PDFs, Texte, Bilder und Videos, Diktier- und Transkribier-Funktion (Windows), Videos, Präsentationen und Avatare

Der “ChatGPT-Guide für Lehrkräfte” wurde von einem Lehrer an einem Oberstufenzentrum in Berlin erstellt: Grundlagen, Anwendung, 200+ Prompts für Schule und Unterricht, Weitere Hilfestellungen, Unterrichtseinheiten mit ChatGPT,  Umgang mit ChatGPT im Unterricht,Weitere KI-Tools und Integrationen. 

All-in-One KI

Mit dem kostenlosen Tool POE https://poe.com kann man verschiedene KI-Modelle testen und mit ihnen arbeiten. Erforderlich ist dazu nur die Eingabe einer E-Mail Adresse. Folgende Rubriken werden bislang angeboten: Offizielle Bots, Beliebte Bots, BildGen-Bots, Professionelle Bots, Rollenspiel-Bots, Schreib-Bots, Musik-Bots, Lustige Bots, Lern-Bots, Ratschlag-Bots, Reise-Bots, Bots zum Thema Geist, Koch-Bots, Programmier-Bots, KI-Bots, Geschichts-Bots, Spiel-Bots, Nützliche Bots, Sport-Bots. Dieses deutschsprachige Youtube-Video “DIE KOSTENLOSE ALL-IN-ONE-LÖSUNG FÜR KI – Poe bietet ChatGPT, Palm, Llama, DALL·E 3 & mehr” erklärt die Anwendung.

KI killt das Internet

Unter bezug auf den Essay von James Vincent in “The Verge” reflektiert Adrian Lobe: Google war einmal, was kommt als Nächstes? – Die KI killt das alte Internet, vor unseren Augen entsteht gerade ein neues Web, Neue Zürcher Zeitung 04.12.2023 über den Strukturwandel des Internet. “KI könnte die Art, wie in der Wissenschaftsgesellschaft Informationen produziert und rezipiert werden, radikal verändern. Die Idee der KI-Vordenker ist es grob gesagt, das Internet in eine Box zu packen und einen neuen Hypertext zu weben. Statt Websites zu indexieren und nach Relevanz zu sortieren, wie es Google tut, werden die Texte von Wikipedia, Reddit und anderen Quellen, mit denen KI-Systeme wie Chat-GPT trainiert werden, nach einem Wahrscheinlichkeitsmodell neu arrangiert.” Damit gehen drei Prozesse einher: Die Inhalte des Internet werden von der KI verdaut, es bleibt nur noch die technische Verbindung des Netzwerks. Indem hochwertige urheberrechtlich geschützte Inhalte sich vor automatisierten Zugriff der KI abschotten, bleibt nur der Rest, bis zuletzt KI-Systeme mit KI-Inhalten gefüttert werden. Die Such- und Filterfunktionen der Suchmaschinen werden überfordert.

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