Wissenschaftsarchiv

Alina Volynskaya: Digital Archives of Science. Revisiting the Vestiges of Knowledge-Making, de Gruyter 2026 Open Access
Abstract: „Das Archiv der Wissenschaft bewahrt die Sedimente wissenschaftlicher Praktiken: Entwürfe, Protokolle von abgelehnten Hypothesen und gescheiterten Experimenten, veraltete Instrumente und andere Überreste der Wissensbildung. Wenn die Wissenschaft zunehmend digital wird, wird auch ihr Archiv digital – sie transformiert nicht nur, wie die wissenschaftliche Vergangenheit bewahrt wird, sondern auch, wie sie interpretiert und in die Auseinandersetzung gestellt wird. Digitale Sammlungen unterscheiden sich deutlich von der traditionellen lieux de mémoire. Anstatt greifbare und authentische Objekte speichern sie Daten – verarbeitbar, veränderbar und abhängig von rechnergestützten Infrastrukturen. Wie prägen diese Infrastrukturen unsere Begegnungen mit der wissenschaftlichen Vergangenheit? Was passiert mit den Überresten der Wissenschaft, wenn sie sich in Daten verwandeln?
Dieses Buch, das an der Schnittstelle von Wissenschaftswissenschaften, Medienwissenschaft und Digital Humanities positioniert ist, untersucht digitale Archive der Wissenschaft kritisch als Infrastrukturen, die Gedächtnis und Wissen vermitteln. Auf einem großen Korpus von scientifi c Sammlungen über Disziplinen hinweg und kombiniert quantitative und qualitative Ansätze, es erforscht die Grenzen und Möglichkeiten, die durch diese digitalen Repositorys eingeführt werden. Letztendlich fragt sie, was es bedeutet
Geschichte in und durch digitale Archive machen.„

KI Recherche

Matthias Schüssler: Wie die KI Autorinnen und Autoren hilft – und wie nicht clickomania 8.9.2026
„Die KI verspricht, den Auf­wand für die In­for­ma­tions­be­schaf­fung auf ein Minimum zu re­du­zieren – sodass sich Jour­na­lis­tin­nen und Blog­ger ganz auf den Text kon­zen­trie­ren können. Ich erkläre, warum Funk­tionen wie die Tiefen­re­cher­che (Deep Re­search) diesen An­spruch nicht er­fül­len und wie man statt­des­sen effizient recher­chiert.“

Schattenbibliotheken

Heller, Lambert (Contact person), Gerlach, Nina, Kaden, Ben, Schwerdtel, Anna, Steinert, Alexandro, Voigtländer, Claudia, Voß, Viola: Schattenbibliotheken – Was man wissen sollte zenodo 13.10.2026
„Als Schattenbibliotheken werden Websites wie Sci-Hub und LibGen (Library Genesis) bezeichnet. Mit diesen Websites werden Paywalls, Science Tracking, Handelssanktionen, Zensur und komplizierte offizielle Zugangswege zu digitaler wissenschaftlicher Literatur umgangen.
Schattenbibliotheken operieren nicht legal und werden vielfach blockiert. Dennoch decken sie die weltweit veröffentlichte Literatur immer umfassender ab und werden dadurch immer populärer.
Dieses Poster stellt die wichtigsten Informationen zu Schattenbibliotheken zusammen.“

Google Bewertungen

Dennis-Kenji Kipker (Direktor des cyberintelligence.institute international zu Cybersicherheit, digitaler Resilienz sowie IT-Recht in China und den USA): Belege sind entscheidend
Negative Google-Bewertungen können zur Rechtsfalle werden. Focus Online 29.08.2026
„Wer eine Bewertung im Internet veröffentlicht, bewegt sich nicht in einem rechtsfreien Raum, auch wenn es oft so wirkt. Besonders wichtig ist dabei die Trennung zwischen Tatsachenbehauptungen und persönlicher Meinung. Während eine subjektive Einschätzung wie etwa der Hinweis auf eine unfreundliche Bedienung in aller Regel von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, können unbewiesene Tatsachenbehauptungen schnell zu einer Abmahnung führen.
Wer beispielsweise pauschal von Betrug spricht, ohne dies belegen zu können, geht damit ein erhebliches rechtliches Risiko ein. In der Praxis nutzen manche Kanzleien genau solche Formulierungen, um mit Abmahnungen und Löschanträgen Geld zu verdienen. Wer seine Bewertung jedoch sorgfältig formuliert und die eigene Wahrnehmung als solche erkennbar macht, befindet sich in aller Regel auf der sicheren Seite.“

Unternehmen versuchen zunehmende, negative Bewertungen löschen zu lassen. Wer sie wieder herstellen will, braucht Belege, dass er tatsächlich Kunde war. Frage ist, wie aussagekräftig Bewertungen überhaupt noch sind.

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