Voreingestellte Suchmaschinen in Android. Google als Gatekeeper

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Deutlicher könnte Google seine Funktion als Gatekeeper, der entscheidet, was sichtbar ist und was nicht, klarmachen: Die EU hat Google verpflichtet, zu ermöglichen, dass andere Suchmaschinen als Standard voreingestellt werden. Google löst dies, indem es sich die Voreinstellung bezahlen lässt. Alle vier Monate wird eine Auktion durchgeführt, welche drei andere Suchmaschinen außer Google bei der Einrichtung des Adroid-System voreingestellt werden können. Die gebotenen Summen sind nicht bekannt. Die Liste der Gewinner für den Zeitraum März bis Juni 2020 zeigt, dass vor allem DuckDuck Go, Info.Com und GMX auftauchen, die alle auf den Google-Index zugreifen. Eine echte Alternative ist damit nicht möglich. Larissa Holzki: Konkurrenten verärgert über Google. Android-Nutzer sollen nach einer EU-Entscheidung künftig zwischen Standard-Suchmaschinen wählen können. Doch Google lässt der Konkurrenz nur vermeintlich eine Chance., in: Handelsblatt 12.01.2020 schildert die Kritik an dieser Vorgehensweise und zieht eine Bilanz. „Die EU-Kommission könnte die Reaktion auf ihre Entscheidung im vergangenen Jahr als unzureichend ahnden. „Qwant und andere haben bereits auf die Ineffektivität des Mechanismus hingewiesen und werden nun weitere Belege dafür bringen“, sagte Thomas Höppner dem Handelsblatt.“

Alternative Suchmaschinen, ein Überblick von Digitalcourage

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Digitalcourage e.V., ein Verein, der sich für Grundrechte und Datenschutz einsetzt, stellt auf ihrer Webseite Suchmaschinen vor, die eine Alternative zu Google sein können: „Es geht auch ohne Google – Alternative Suchmaschinen“. Bewertet werden MetaGer , DuckDuckGo , eTools.ch, Qwant , Searx , Startpage , YaCy. Beschrieben werden Datenschutz, die Personalisierung von Daten, aber auch, wie die Indizes aufgebaut sind und wie die Suchergebnisse ausfallen. Empfohlen wird die Suchmaschine Metager, die mit einer Suche in  Startpage durch ein einfaches Kommando kombiniert werden kann.

Würde Platon googeln?

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Adrian Lobe: Würde Platon googeln?, In: Neue Zürcher Zeitung 16.6.2017 reflektiert unter Bezug auf das Buch von Rebecca Newberger Goldstein „Plato at the Googleplex“ , in dem Platon ein Gespräch mit einem Google-Programmierer führt, das Verhältnis verschiedener Auffassungen von Wahrheit, ihrer Voraussetzung und Reflektion.

Ist Wahrheit die Sammlung, Indexierung und Verknüpfung von „genügend“ Daten, so dass der Kern der Wahrheit sich aus dem Maß der Daten herausschält? Die Maschine trifft hier bestimmte Vorannahmen, die wiederum von den Programmierern bestimmt werden. „Der Ausschluss von Experten würde in einer Philosophenherrschaft münden: Die Programmierer avancierten zu Philosophenkönigen.“ Oder zielt Wahrheit auf Reflektion, die bloße Wirklichkeit transzendiert, ein Bewusstsein hat, woher, wie und mit welchen Schranken wir wissen. „Nach Platon korrumpiert nichts die Suche nach Wahrheit so sehr wie die Gewissheit, dass man bereits in ihrem Besitz ist. Genau das suggeriert der algorithmische Absolutionsanspruch nämlich – den Trugschluss, Daten hätten eine Eigenevidenz.“

Podcasts suchen

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Podcasts kann man beim IPhone über iTunes suchen, bei Android Geräten im Google Play Store mit dem Stichwort Podcast. Über die interne Suche in den Apps hinaus ermöglichen spezielle Webseiten das Hören und Aufnehmen von Podcast. Im Deutschen https://www.phonostar.de/, im englischsprachigen Bereich http://www.podcasts.com/,  https://www.mixcloud.com/, https://audioboom.com/, https://www.acast.com .

Spezielle Suchmaschinen ermöglichen die Suche in den Inhalten selbst, indem die gesprochene Sprache in Text umgewandelt wird: https://www.listennotes.com/, https://fluiddata.com , https://www.spaactor.com/ (deutsch)

oder aber die Metadaten ausgelesen werden (alles deutsche Suchmaschinen):

https://fyyd.de/, https://panoptikum.io/, https://wissenschaftspodcasts.de/, https://www.podcast.de

Millionshort

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Die Suchmaschine mit Filter

Million Short ist eine in Kanada seit 2012 entwickelt Suchmaschine, die dem Benutzer gerade die nicht am häufigsten angezeigten oder mit Suchmaschinenoptimierung präparierten Webseiten erschließen will.
Das „Mission Statment“: „Million Short’s mission is to guide people on the road less traveled by providing alternate methods of organizing, accessing, and discovering the vast web of information that is the Internet.“
Million Short benutzt dafür die API von Bing und ermittelt mit eigenen Crawlern die auszuschließenden Seiten. Filter können außerdem nach E-Commerce, Live-Chat, Datum und Land gesetzt werden.

 

Google als Problem?

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Google hat in Deutschland einen Marktanteil von fast 95 %. Eine Monopolstellung kann in mehrfacher Hinsicht problematisch werden:
– Qualität der Information <- >Werbung.
– Informationsblase, wenn Suchergebnisse nach Maßgabe vorheriger Suchen angezeigt werden.
– Dominanz des Werbemarktes und Online-Marktes.
– Gesellschaftlicher und politischer Aspekt: Kann politische Meinung beeinflusst oder gar gesteuert werden?
Die Frage stellt sich also:
– Können nicht andere Suchmaschinen genutzt werden? Wie sind deren Suchergebnisse zu beurteilen? Welche Maßstäbe werden angelegt?
– Wenn die Suchergebnisse der anderen Suchmaschinen nicht ausreichend geeignet, muss nicht eine Alternative mit öffentlichen Mitteln entwickelt werden?
– Wenn die USA mit Google und Bing den Suchmaschinenmarkt dominieren und China mit Baidu und Russland mit Yandex Suchmaschinen entwickeln, ist es nicht schon aus diesem Grund notwendig, eine europäische Suchmaschine zu entwickeln?
Es sind völlig unterschiedliche Aspekte des Themas, die wir einzeln untersuchen wollen.