Analyse der Schattenbibliotheken

Kjellström, Zakayo: Black open access: shadow libraries and text piracy, Doctoral thesis Umeå University, Sweden 2025
„This dissertation examines the dynamics of Black Open Access, a pirate-driven phenomenon, addressing inequities in academic publishing through shadow libraries and text piracy. Through a methodological patchwork combining netnography, computational methods, and text analysis, this dissertation investigates how these phenomena operate at the intersection of formal and informal media economies. The results show how shadow libraries like Sci-Hub, Library Genesis, and Z-library are more than simple piracy platforms, and should be viewed as robust ecosystems with their own technical infrastructure, community norms, and justificatory frameworks. The findings demonstrate that Black Open Access solutions persist through ”Pirate LOCKSS”. A decentralized preservation strategy utilizing multiple domain copies and established internet platforms as intermediaries. These communities develop complex legitimization mechanisms, from gamified user engagement systems to quasi-legal frameworks that mimic traditional academic institutions. Users justify their participation through multifaceted moral arguments about knowledge democratization and academic freedom, balanced with practical necessities driven by institutional constraints.“

Schwarzer Open Access

Alexandra Elbakyan: From Black Open Access to Open Access of Color: Accepting the Diversity of Approaches towards Free Science, Preprint.Org 28.11.2024 (Alexandra Elbakyan ist die Gründerin von Sci-Hub)
Abstract
Ziel dieses Artikels ist es, ein Licht auf das Modell „schwarzer Open Access“ zu rücken, das in der Literatur immer noch wenig verstanden und weitgehend vernachlässigt wird, obwohl es in der Praxis weit verbreitet ist. Ich gebe einen Überblick über die historische Entwicklung von Black OA und seine wichtigsten Projekte: Sci-Hub und Library Genesis. Es gibt Gründe, warum der Begriff „schwarzer Open Access“ irreführend ist und der Begriff „RGB OA“ (rot, grün und blau) eine vielfältige Landschaft von Open-Access-Projekten, die nach 2001 entstanden sind, besser beschreiben würde. Während sich die praktischen Ansätze gegenüber OA in den letzten 20 Jahren dramatisch entwickelten, funktioniert die theoretische Diskussion immer noch in demselben zweifarbigen Schema von „grünem“ und „goldenem“ Open Access aus der BOAI-Erklärung von 2001: Romanansätze werden entweder überhaupt nicht als Open Access anerkannt oder werden als „schwarz“ vernachlässigt. Eine neue und inklusivere OA-Erklärung könnte erforderlich sein, um eine größere Vielfalt an Ansätzen zu berücksichtigen.“

siehe dazu auch:
Mark Hahnel: Have we all forgotten about SciHub? OpenResearch.wtf 10.12.2024

Zukunft der Schattenbibliotheken

Torsten Meyer: Über das Zukunfts-Fenster von Schattenbibliotheken. Wie wird man Wissen in 10 Jahren aufbewahren?, in: tarnkappe.info 11.10.2024
1. Vision und Mission von Schattenbibliotheken: Freies Lernen
2. Sicherstellung der technischen Stabilität von Schattenbibliotheken
3. Dezentralität in Freund-zu-Freund-Netzen als Kopernikanische Wende im Hosting, Sharing und Messaging
4. Ausblick & Zusammenfassung zur Vision von einer Dezentralen Preservation des Menschheitswissens