Google Zukunft der Suche

Marie Gundlach: Wie wir in Zukunft das Internet nutzen werden. Süddeutsche Zeitung 16.08.2026 (hinter der Bezahlschranke) „Google Zero“ heißt das Szenario, auf das sich Medien, Webseitenbetreiber und Nutzer vorbereiten müssen: Die klassische Internetsuche stirbt. Und dann?
Durch die KI Funktion von Google sinken die Zugriffe bei einzelnen Webseiten um bis zu einem Drittel.  Selbst bei Angeboten wie Reddit, die Kooperationsveträge mit Google abgeschlossnen haben, wird die Frage nach einem eigenen Geschäftsmodell, z.B. einer eigenen APP mit Suchfunktion gestellt. Auch die Inhalte selbst werden so verändert, dass sie für die KI attraktiver sind. „Lange hat man nicht nur bei Reddit, sondern auch bei vielen Online-Medien den eigenen Nutzern keine gute Alternative für das Suchen angeboten. Der Internetbrowser als Anwendungsgebiet wird unwichtiger, eigene Apps werden wichtiger.

Googles KI-Übersichten

Tripp Mickle, Cade Metz, Dylan Freedman , Keith Collins: How Accurate Are Google’s A.I. Overviews? The New York Times 07.04.2026
„Im Jahr 2024 begann Google, KI-generierte Antworten erstklassig auf der Suchergebnisseite zu platzieren. Das neue Produkt, AI Overviews, half dabei, Google von einem Informationskurator in einen Publisher zu verwandeln. Eine aktuelle Analyse von KI-Überblicken ergab, dass sie in etwa neun von zehn Fällen genau waren. Aber da Google mehr als fünf Billionen Suchanfragen pro Jahr verarbeitet, bedeutet das, dass es laut einer Analyse eines KI-Start-ups namens Oumi jede Stunde zig Millionen fehlerhafter Antworten liefert (oder Hunderttausende von Ungenauigkeiten pro Minute). Mehr als die Hälfte der genauen Antworten war „unbegründet“, das heißt, sie verlinkten auf Webseiten, die die bereitgestellten Informationen nicht vollständig unterstützten.“

LLMs in der historischen Forschung

Holle Meding und Aurel Daugs: LLMs in den Geschichtswissenschaften: Potenziale, Grenzen und Anwendungsbeispiele (NER & RAG). L.I.S.A Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung 16.04.2026
Fünf zentrale Problemfelder beim Einsatz von LLMs in der historischen Forschung werden analysiert: „(1) Hallu­zi­na­tionen, bei denen Modelle Quellen, Zitate oder Behauptungen erfinden, die sich jedweder Plausibilität und Kausalität entziehen; (2) eine eingeschränkte Chrono­sensi­ti­vi­tät, da Sprach­modellen ein explizites Zeitverständnis fehlt; (3) Gegenwartsbias und Anglo­zen­tris­mus, bedingt durch die Dominanz anglophoner Internetquellen nach 2000 in den Trainingsdaten; (4) Human Alignment und Inhaltsmoderation, die dazu führen können, dass historisch relevante, aber politisch oder ethisch sensible Themen unterdrückt, ausgelassen oder auch verstärkt werden, beispielsweise infolge von RLHF (Reinforcement Learning from Human Feedback), versteckten System­prompts, Fine-Tuning oder regions­spezi­fischen Einschrän­kun­gen; sowie (5) Opazität, da kommerzielle LLMs nur begrenzt Einblick in ihre Trainings­daten oder Fine-Tuning-Verfahren gewähren.“
„Eine vertiefende Auseinandersetzung mit den hier vorgestellten Ansätzen erfolgt in drei begleitenden Beiträgen, von denen einer bereits publiziert ist, während zwei weitere im Mai 2026 erscheinen werden:
Meding/Daugs, On the Use and Limitations of Large Language Models in Historical Scholarship, in: Simons/Wütherich/Zichert/Graßhoff (Eds.): Understanding Science with Large Language Models?, (Transcript, Mai 2026)
Meding/Daugs, From RAGs to Rich Responses: Enhancing LLM Reliability through Retrieval-Augmented Generation, in: Simons/Wütherich/Zichert/Graßhoff (Eds.): Understanding Science with Large Language Models?, (Transcript, Mai 2026)
Meding, Holle. „Themenschwerpunkt: Daten, Digitalität und historisches Lernen. Geschichtskultur auf Social Media erforschen. Methoden, Werkzeuge und Herausforderungen der Datenanalyse.“ Zeitschrift für Geschichtsdidaktik 24.1 (2025): 50-68. https://doi.org/10.13109/zfgd.2025.24.1.50″

KI-Chatbots mit Datenschutz

Svenja Bergt: Neuer Chatbot ConferKI, aber mit Datenschutz. Der Signal-Gründer hat einen KI-Chatbot entwickelt, der die Privatsphäre schützen soll. Geht das überhaupt? Die wichtigsten Fragen und Antworten. taz 30.01.2026
Es werden drei KI-Chatsbots beschrieben, die Datenschutz und Privatsphäre garantieren:
Confer , dessen Code auf Github verfügbar ist
Duck.ai, KI-Chatbot des US-amerikanischen Suchmaschinenanbieters DuckDuckGo.
– leo.ai KI-Chatbot des Browseranbieters Brave. Wer den Browser installiert, startet Leo über die Einstellungen.

Grok-Skandal

Michele Coviello: So schätzt ein Internetforscher die Nacktbilder auf Grok ein: «An dem Skandal war nichts zufällig. Strategen haben ihn wohl geplant». Mit dem Chatbot Grok konnten User unbehelligt freizügige Bilder generieren – auch von Kindern. Nun leitet die EU eine Untersuchung ein. Der Internetsoziologe Stephan G. Humer erklärt im Interview, wieso dahinter wohl ein klarer Plan des X-Besitzers Elon Musk steckt. Und wieso die Plattform weiterhin beliebt bleibt. Neue Zürcher Zeitung 22.01.2026 (hinter der Bezahlschranke)
Der Skandal wird dadruch gerklärt, dass er geenau geplant war, um Aufmerksamkeit zu erregen und sie auf die Entwicklung der eigenen KI Grok zu richten. „Denn es reicht nicht, bloss ein leistungsstarkes Modell zu schaffen. Es braucht eine Masse von Menschen, die diese KI trainiert, die sie testet und Kunden anlockt.“

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