PubMed

Stefan Krempl: Die PubMed-Falle: Deutschlands gefährlicher Datenpoker in der Medizin. Die Regierung verspricht digitale Souveränität und stellt Millionen bereit, doch hinter den Kulissen tobt ein Streit um die Sicherung wichtiger Forschungsdaten. heise 27.01.2026 Die Gefährung der größten medizinischen Datenbank PUBMED durch Maßnahmen der Trump-Regierung, Die Zentralbibliothek der Medizin ZB MED bemührt sich, durch ein neues Projekt die europäische Unabhängigkeit sicherzustellen. Zwei entsprechende Projektanträger der Deutschen Forschungsgemeinschaft sind allerdings abgelehnt worden. „Das bisherige Nein der DFG zu Projekten wie OLSPub wirkt in diesem Kontext fast schon paradox. Die Gutachter forderten eine engere Kooperation mit der US-amerikanischen National Library of Medicine (NLM) – also genau jener Institution, von deren politisch unberechenbarer Führung man sich eigentlich emanzipieren will. Es ist eine klassische Catch-22-Situation: Die deutsche Digitalpolitik will souverän sein, macht aber die Zusammenarbeit mit dem potenziellen Ausfallrisiko zur Bedingung für die Förderung.“

KI-Chatbots mit Datenschutz

Svenja Bergt: Neuer Chatbot ConferKI, aber mit Datenschutz. Der Signal-Gründer hat einen KI-Chatbot entwickelt, der die Privatsphäre schützen soll. Geht das überhaupt? Die wichtigsten Fragen und Antworten. taz 30.01.2026
Es werden drei KI-Chatsbots beschrieben, die Datenschutz und Privatsphäre garantieren:
Confer , dessen Code auf Github verfügbar ist
Duck.ai, KI-Chatbot des US-amerikanischen Suchmaschinenanbieters DuckDuckGo.
– leo.ai KI-Chatbot des Browseranbieters Brave. Wer den Browser installiert, startet Leo über die Einstellungen.

Grok-Skandal

Michele Coviello: So schätzt ein Internetforscher die Nacktbilder auf Grok ein: «An dem Skandal war nichts zufällig. Strategen haben ihn wohl geplant». Mit dem Chatbot Grok konnten User unbehelligt freizügige Bilder generieren – auch von Kindern. Nun leitet die EU eine Untersuchung ein. Der Internetsoziologe Stephan G. Humer erklärt im Interview, wieso dahinter wohl ein klarer Plan des X-Besitzers Elon Musk steckt. Und wieso die Plattform weiterhin beliebt bleibt. Neue Zürcher Zeitung 22.01.2026 (hinter der Bezahlschranke)
Der Skandal wird dadruch gerklärt, dass er geenau geplant war, um Aufmerksamkeit zu erregen und sie auf die Entwicklung der eigenen KI Grok zu richten. „Denn es reicht nicht, bloss ein leistungsstarkes Modell zu schaffen. Es braucht eine Masse von Menschen, die diese KI trainiert, die sie testet und Kunden anlockt.“

Wikipedia

Flurin Clalüna: «Dieser verrückte Einfall von halbgebildeten Wichtigtuern wird sich nie durchsetzen» – wie Wikipedia trotzdem zum Weltwunder wurde. 25 Jahre nach der Gründung steht das Nachschlagewerk politisch unter Druck. Und nun bedroht es auch noch die künstliche Intelligenz. Neue Zürcher Zeitung 10.01.2026 (hinter der Bezahlschranke) Neben einer umfassenden Darstellung der Wikipedia beschäftigt sich der Artikel mit den Herausforderungen, denen sich Wikipedia durch die KI ausgesetzt sieht. „Was aus Wikipedia wird, weiss niemand. Die Plattform könnten sich zu einer Datenbank entwickeln – gefüttert von Maschinen, genutzt von Maschinen. Es sei denn , Menschen bestehen darauf, selbst zu schreiben und das Wissen zu kontrollieren.“

Grok Unleashed

Paul Bouchaud, AI Forensics 2025 : Grok Unleashed. Grok Generating Flood of Sexualized Images of Women, Including Minors, and Extremist Propaganda
„Executive Summary
We collected 50k mentions of @Grok and 20k images generated by @Grok between
December 25th and January 1st (inclusive).
● 53% of images generated by @Grok contained individuals in minimal attire of
which 81% were individuals presenting as women
● 2% of images depicted persons appearing to be 18 years old or younger, as
determined by Google’s Gemini vision model
● 6% of images depicted public figures, approximately one-third of whom were
political figures
● We identified Nazi and ISIS propaganda material generated by @Grok
● Most of the content is still available on the platform despite public
acknowledgement of abuse by Grok“

Rechtsprechungsdatenbank InfoCuria

„Neue Rechtsprechungsdatenbank/Suchmaschine „InfoCuria
Der Gerichtshof der Europäischen Union hat seine Rechtsprechungsdatenbank/Suchmaschine „InfoCuria“ neu gestaltet.
Die neue Version von „InfoCuria“ ist übersichtlich, intuitiv zu bedienen und benutzerfreundlich. Über sie ist eine Vielzahl verfahrensbezogener Dokumente und Daten unmittelbar zugänglich.
Mit der neuen Version von „InfoCuria“ lassen sich Urteile, Schlussanträge und Beschlüsse, aber auch verfahrensbezogene Dokumente, Zusammenfassungen und Pressemitteilungen leicht finden. Es kann auch anhand verschiedener Metadaten (z. B. Rechtssachen-Parameter, zitierte Rechtsakte/Entscheidungen, Schlüsselwörter) gesucht werden. Auf diese Weise lässt sich das Unionsrecht leichter erschließen und verstehen.
Die Suche mit der neuen Version von „InfoCuria“ ist mit der Suche mit einer gängigen Websuchmaschine vergleichbar. Es kann sowohl eine Volltextsuche durchgeführt als auch anhand von Metadaten gesucht werden. Eine ganze Reihe von Funktionen (z. B. Autovervollständigung, unscharfe Suche, boolesche Operatoren, Filtern, Verfeinerung der Suchergebnisse, Hervorhebung von Suchbegriffen) erleichtert und beschleunigt die Suche.“

Pinterest und KI

Stephan Scheuer: Pinterest kämpft gegen die Flut von KI-Müll. Mit kreativen Heimwerkertipps wurde Pinterest groß. Jetzt verzeichnet die Plattform drastisch mehr unsinnige, durch KI generierte Inhalte. CEO Ready sieht eine Gefahr für die ganze Branche. Handelsblatt 22.12.2025 (hinter der Bezahlschranke)
Im Unterschied zu anderen sozialen Medien suchen Nutzer auf Pinterest Inhalte, die sich konkret umsetzen lassen (Rezepte, Anleitungen usw.). „Pinterest lebt nicht von der Aufmerksamkeit, sondern von Umsetzbarkeit. Wer hier sucht, erwartet weniger Unterhaltung, dafür mehr Ergebnisse.“ Synthetische Beiträge entwerten die Plattform. Die Kennzeichnung von KI-Bildern lässt sich nicht vollständig automatisieren und ist fehleranfällig. Ob KI helfen kann, reale Anleitungen zu optimieren statt sie zu ersetzen, ist noch offen. „Wer Reichweite monetarisiert, steht permanent in Versuchung, Quantität über Qualität zu stellen. Und bezahlt das doch am Ende mit dem Vertrauensverlust der Nutzer.“