Google Bewertungen

Dennis-Kenji Kipker (Direktor des cyberintelligence.institute international zu Cybersicherheit, digitaler Resilienz sowie IT-Recht in China und den USA): Belege sind entscheidend
Negative Google-Bewertungen können zur Rechtsfalle werden. Focus Online 29.08.2026
„Wer eine Bewertung im Internet veröffentlicht, bewegt sich nicht in einem rechtsfreien Raum, auch wenn es oft so wirkt. Besonders wichtig ist dabei die Trennung zwischen Tatsachenbehauptungen und persönlicher Meinung. Während eine subjektive Einschätzung wie etwa der Hinweis auf eine unfreundliche Bedienung in aller Regel von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, können unbewiesene Tatsachenbehauptungen schnell zu einer Abmahnung führen.
Wer beispielsweise pauschal von Betrug spricht, ohne dies belegen zu können, geht damit ein erhebliches rechtliches Risiko ein. In der Praxis nutzen manche Kanzleien genau solche Formulierungen, um mit Abmahnungen und Löschanträgen Geld zu verdienen. Wer seine Bewertung jedoch sorgfältig formuliert und die eigene Wahrnehmung als solche erkennbar macht, befindet sich in aller Regel auf der sicheren Seite.“

Unternehmen versuchen zunehmende, negative Bewertungen löschen zu lassen. Wer sie wieder herstellen will, braucht Belege, dass er tatsächlich Kunde war. Frage ist, wie aussagekräftig Bewertungen überhaupt noch sind.

Google Zukunft der Suche

Marie Gundlach: Wie wir in Zukunft das Internet nutzen werden. Süddeutsche Zeitung 16.08.2026 (hinter der Bezahlschranke) „Google Zero“ heißt das Szenario, auf das sich Medien, Webseitenbetreiber und Nutzer vorbereiten müssen: Die klassische Internetsuche stirbt. Und dann?
Durch die KI Funktion von Google sinken die Zugriffe bei einzelnen Webseiten um bis zu einem Drittel.  Selbst bei Angeboten wie Reddit, die Kooperationsveträge mit Google abgeschlossnen haben, wird die Frage nach einem eigenen Geschäftsmodell, z.B. einer eigenen APP mit Suchfunktion gestellt. Auch die Inhalte selbst werden so verändert, dass sie für die KI attraktiver sind. „Lange hat man nicht nur bei Reddit, sondern auch bei vielen Online-Medien den eigenen Nutzern keine gute Alternative für das Suchen angeboten. Der Internetbrowser als Anwendungsgebiet wird unwichtiger, eigene Apps werden wichtiger.

Googles KI-Übersichten

Tripp Mickle, Cade Metz, Dylan Freedman , Keith Collins: How Accurate Are Google’s A.I. Overviews? The New York Times 07.04.2026
„Im Jahr 2024 begann Google, KI-generierte Antworten erstklassig auf der Suchergebnisseite zu platzieren. Das neue Produkt, AI Overviews, half dabei, Google von einem Informationskurator in einen Publisher zu verwandeln. Eine aktuelle Analyse von KI-Überblicken ergab, dass sie in etwa neun von zehn Fällen genau waren. Aber da Google mehr als fünf Billionen Suchanfragen pro Jahr verarbeitet, bedeutet das, dass es laut einer Analyse eines KI-Start-ups namens Oumi jede Stunde zig Millionen fehlerhafter Antworten liefert (oder Hunderttausende von Ungenauigkeiten pro Minute). Mehr als die Hälfte der genauen Antworten war „unbegründet“, das heißt, sie verlinkten auf Webseiten, die die bereitgestellten Informationen nicht vollständig unterstützten.“

Informationskompetenz neu denken

Michael Kerres, Maria Klar, Miriam Mulders: Informationskompetenz neu denken: Von Google zu ChatGPT Researchgate May 2024
„Unsere informationelle Umwelt hat sich verändert: Traditionelle Mechanismen der Wissensbereitstellung lösen sich auf; Informationen sind jederzeit und an jedem Ort über Suchmaschinen abrufbar. Neue Akteure definieren, welches Wissen einer Kultur verfügbar ist und bleibt. Suchmaschinen selegieren, modifizieren und aggregieren das Wissen, das Menschen bei ihren Suchanfragen präsentiert wird. Dabei bleiben die Mechanismen der Maschinen, die diese Entscheidungen treffen, als Betriebsgeheimnis verschlossen und entziehen sich dem gesellschaftlichen Diskurs. Der reflektierte Umgang mit Information in diesem Umfeld wird zu einer wesentlichen Kompetenz für die Orientierung des Einzelnen in seiner Lebenswelt und der politischen Diskussion im Weiteren. Und während wir die Implikationen dieser Entwicklung noch gesellschaftlich prozessieren, deutet sich mit KI-basierten Chatbots ein Einschnitt an, der unseren Umgang mit Information nochmals grundlegend herausfordert. Dieser Übergang von der klassischen Suchmaschine zur generativen KI wird in dem Beitrag beleuchtet. Aufgezeigt wird, welche Kompetenzanforderungen sich im Unterschied von bisher „reproduktiven“ zu künftig „produktiven“ Konversationen von Mensch und Maschine – und ihrem Zusammenwachsen in Rekursionen – ergeben.“

KI besser als Google?

Svenja Bergt: Besser als Google. Google war mal ein Geheimtipp, heute ist die Suchmaschine mit Anzeigen und kommerziellen Inhalten überladen. Wie KI die Informationssuche verändert. taz 12. 7. 2024 „Und wer heute mit Google sucht, hat eher wieder das Gefühl, in einen Wald einzutauchen: einen Wald aus Anzeigen, Nonsens-Treffern, Bildern, mäßig transparent gekennzeichneten Werbeanzeigen, Buttons für mehr oder minder verwandte Suchanfragen und von der Suchmaschine selbst dazwischengemixten Fragen und Antworten.“ Zwar versuche Google durch Modifikation der Suchalgorithmen die Ergebnisse zu verbessern. Dies gelinge jedoch nicht immer in ausreichendem Maße, verkehre manchmal selbst die Ergebnisse ins Gegenteil. Bei komplexen Suchanfragen, z.B. Empfehlungen, die einen bestimmten Kontext voraussetzen, sei KI schon jetzt besser als die traditionelle Suchmaschine.

Suchmaschinen durch SEO-Spam überflutet

Janek Bevendorff, Matti Wiegmann, Martin Potthast, Benno Stein: Is Google Getting Worse? A Longitudinal Investigation of SEO Spam in Search Engines. Leipzig March 2024 untersuchen, wie sich die Qualität der Suchergebnisse durch SEO-Spam verschlechtert hat. „We monitored Google, Bing and DuckDuckGo for a year on 7,392 product review queries. Our findings suggest that all search engines have significant problems with highly optimized (affiliate) content—more than is representative for the entire web according to a baseline retrieval system on the ClueWeb22. Focussing on the product review genre, we find that only a small portion of product reviews on the web uses affiliate marketing, but the majority of all search results do. Of all affiliate networks, Amazon Associates is by far the most popular. We further observe an inverse relationship between affiliate marketing use and content complexity, and that all search engines fall victim to large-scale affiliate link spam campaigns. However, we also notice that the line between benign content and spam in the form of content and link farms becomes increasingly blurry—a situation that will surely worsen in the wake of generative AI. We conclude that dynamic adversarial spam in the form of low-quality, mass-produced commercial content deserves more attention.“

Regierung bezahlt Ranking bei Google

In drei Bundestagsdrucksachen wurde die Frage der Verhältnismäßigkeit für die Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung gestellt:
Drucksache 20/9951 enthält die auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Heidi Reichinnek, Jan Korte, Susanne Ferschl, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. – Drucksache 20/9630 – „Selbstdarstellung der Bundesregierung“ 02.01.2024
Darin geht es insgesamt um die Kosten bei der Erstellung von Podcasts, Social Media Beiträge usw.
U.a. werden die Kosten für die Höherplatzierung im Ranking oder für Werbebeiträge in Suchmaschinen aufgeführt:

Ministerium

Ausgaben 2021 (Euro) (ab Stichtag 26.10.21)

Ausgaben 2022 (Euro)

Ausgaben 2023 (Euro)

BMWK

10.800,00

120.600,00

395.600,00

BMF

0,00

2.200,00

31.000,00

BMI

0,00

0,00

0,00

AA

0,00

0,00

0,00

BMJ

0,00

0,00

0,00

BMAS

6.800,00

43.600,00

35.300,00

BMVg

0,00

0,00

0,00

BMEL

0,00

4.600,00

27.600,00

BMFSFJ

43.000,00

76.100,00

113.200,00

BMG

74.500,00

189.000,00

29.500,00

BMDV

6.300,00

24.300,00

97.700,00

BMUV

0,00

0,00

25.000,00

BMBF

492.800,00

114.800,00

90.400,00

BMZ

0,00

25.000,00

38.800,00

BMWSB

0,00

0,00

0,00

Schriftliche Frage der Abgeordneten Joana Cotar (fraktionslos) Drucksache 20/10565 Nr. 3 „Wieviel Geld hat die Bundesregierung von 2013 bis 2023 für die Verbesserung von Google-Rankings insgesamt ausgegeben (bitte die Höhe der Mittel nach Jahren aufschlüsseln)“ 07.03.2024
„Die Bundesregierung hat im Jahr 2021 (größtenteils ab Stichtag 26. Oktober 2021) Kosten in Höhe von rund 634 000 Euro, im Jahr 2022 rund 600 000 Euro und im Jahr 2023 rund 884 000 Euro für Maßnahmen im Sinne der Fragestellung verwendet.“

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Barbara Benkstein, Eugen Schmidt, Steffen Janich, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD – Drucksache 20/10920 –
Zum Ranking der Ergebnisse einer Google-Suche und seiner Beeinflussung durch die Bundesregierung 19.04.2024 Drucksache 20/11115

MinisteriumAusgaben 2021 (Euro) (ab Stichtag 26.10.21)Ausgaben 2022 (Euro)Ausgaben 2023 (Euro)
BMWK10.800,00120.600,00395.600,00
BMF0,002.200,0031.000,00
BMI0,000,000,00
AA0,000,000,00
BMJ0,000,000,00
BMAS6.800,0043.600,0035.300,00
BMVg0,000,000,00
BMEL0,004.600,0027.600,00
BMFSFJ43.000,0076.100,00113.200,00
BMG74.500,00189.000,0029.500,00
BMDV6.300,0024.300,0097.700,00
BMUV0,000,0025.000,00
BMBF492.800,00114.800,0090.400,00
BMZ0,0025.000,0038.800,00
BMWSB0,000,000,00

Gesamtsumme seit 2021: 2.118.500 Euro

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