Gruppenentscheidungen online steuern

Das kostenlose Tool konsens, das ohne Anmeldung genutzt werden kann und von einer Designerin und einem Software-Entwickler aus Deutschland entwickelt wurde, soll Entscheidungen in Gruppen effektiv organisieren: 1. Frage: Eine Person aus der Gruppe erstellt eine Frage und lädt die anderen per Link ein. 2. Vorschläge: Alle können über den Link Vorschläge hinzufügen, welche die Frage beantworten.3. Bewertung: Alle können über den Link jeden Vorschlag mit ß bis 10 Widerstandspunkten bewerten.

Manipulationstechniken der Memes

Das digitale Magazin Machine against the Rage hat in seiner Ausgabe Nr. 5 vom Winter 2024 die Manipulationstechniken der Memes untersucht. Lisa Bogerts, Pablo Jost: Against the Rage Five Shades of Hate: Gruppenbezogene Abwertung in Zeiten der Memifizierung
„Wie werden Memes für die Abwertung oder gar Entmenschlichung sozialer Gruppen genutzt? Im Kontext einer zunehmend bildbasierten Online-Kommunikation versprechen gerade Text-Bild-Kombinationen eine besondere Viralität für entsprechende Botschaften: Die aufmerksamkeitsfördernde visuelle Aufmachung kann sie nämlich über die übliche Reichweite hinaustragen. Auf Grundlage einer Zufallsstichprobe untersuchen wir daher erstmals auf einer breiten Datenbasis, wie diskriminierende Memes auf Telegram Anwendung durch rechtsextreme und verschwörungsideologische Akteure finden.“
Aus 8.5 Millionen Bildern in dem Zeitraum von Januar 2022 bis Juni 2023 wurde in einer mehrstufigen Filterung ein Sample von 40.728 Bildern zusammengestellt. Die einzelnen Kapitel: Von den Daten zur Analyse: Ein methodenübergreifender Ansatz; Memes, Masse, Abwertung: Ein quantitativer Überblick; Creators, Manipulators, Mulitpliers: Akteure hinter den Memes; Narrative der Abwertung: Wie (un)bewusst Misogynie verbreitet wird; Die Ambiguität der Ebenen: Elemente von (LGB)T-Feindlichkeit; Die Ästhetik der Abwertung: Rassismus in Memes; Die codierte Rhetorik des Antisemitismus. Schlussbetrachtungen: Die begrenze Viralität der Telegram Memes.

KI-Toolbox für den Unterricht

Der Digital Learning Hub Sek II (DHL) – für Berufsbildung und Mittelschulen des schweizerischen Kantons Zürich – hat eine KI-Toolbox zusammengestellt, die auch von allgemeinem Interesse ist:
Grundlagen, Multifunktionale Chatbots, KI-Suchmaschinen, KI-Bildgeneratoren, KI-Analysesysteme für PDFs, Texte, Bilder und Videos, Diktier- und Transkribier-Funktion (Windows), Videos, Präsentationen und Avatare

Der „ChatGPT-Guide für Lehrkräfte“ wurde von einem Lehrer an einem Oberstufenzentrum in Berlin erstellt: Grundlagen, Anwendung, 200+ Prompts für Schule und Unterricht, Weitere Hilfestellungen, Unterrichtseinheiten mit ChatGPT,  Umgang mit ChatGPT im Unterricht,Weitere KI-Tools und Integrationen. 

Soziale Medien werden fragmentierter

X (Twitter) bewegt sich durch Musks Politik hin zu einem kleineren Informationsraum. Unbewusst bewegen sich auch andere Plattformane wie Reddit oder Discord in die gleiche Richtung. Ethan Zuckerman: Social Media Is Getting Smaller—and More Treacherous. Fragmented and focused social platforms might be good for helping you find a knitting community. But extremist groups are also using them to normalize darker content. Wired 24.01.2024 analysiert, was dies für Folgen hat. In großen Informationsräumen erreichen Botschaften auch Neubekehrte und Influencer können Zielgruppen aufbauen. Es handelt sich aber nicht um konsensuale, sondern konfliktreiche Räume, in denen unterschiedliche Haltungen und Meinungen aufeinanderprallen. Kleinere Räume sind für homogene Interessengruppen wie z.B. Selbsthilfegruppen interessant. Aber diese Fragmentierung der öffentlichen Sphäre kann gravierende Folgen haben. „These conversations, insulated from outside scrutiny, can normalize extreme points of view and lead people deeper into dark topics they expressed a passing interest in.“

Suchmaschinen durch SEO schlechter

Eine experimentelle Studie der Universitäten Leipzig und Weimar und des Center for Scalable Data Analytics and Artificial Intelligence (ScaDS.AI) Dresden/ Leipzig hat ein Jahr lang Google, Bing und DuckDuckGo auf 7392 Produkte überwacht. Janek Bevendorff, Matti Wiegmann, Martin Potthast, Benno Stein: Is Google Getting Worse? A Longitudinal Investigation of SEO Spam in Search Engines „Our findings suggest that all search engines have significant problems with highly optimized (affiliate) content—more than is representative for the entire web according to a baseline retrieval system on the ClueWeb22. Focussing on the product review genre, we find that only a small portion of product reviews on the web uses affiliate marketing, but the majority of all search results do.“
Die Suchergebnisse sind durch die Suchmaschinenoptimierungen (SEO) erheblich schlechter geworden. „Die am höchsten bewerteten Seiten sind stärker optimiert, enthalten mehr Affiliate-Links und ihr Text ist im Allgemeinen von geringerer Qualität.“ Andreas Link: Studie: Googles Suchergebnisse werden immer mieser, PCGH Gamesworld 19.01.2024

Facebook-Nutzer als Opfer

Wie werden die Online-Aktivitäten von Internetnutzern überwacht? Durchschnittlich 2230 Unternehmen übersandten Daten von Nutzern an Facebook. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Comsumer Reports: Don Marti, Fengyang Lin, Matthew Schartz, Ginny Fahs: Who shares your information with Facebook? Sampling the Surveillance Economy in 2023. Die Untersuchung wird zusammenfassend vorgestellt von Jon Keegan: Each Facebook User Is Monitored by Thousands of Companies. A Consumer Reports analysis looks at who is sending information about your online activity to Facebook. CR Consumer Reports 17.01.2024
Dazu wurden die Daten von 709 Facebook-Nutzern der letzten 3 Jahre ausgewertet. „the study was able to examine a form of tracking that is normally hidden: so-called server-to-server tracking, in which personal data goes from a company’s servers to Meta’s servers. Another form of tracking, in which Meta tracking pixels are placed on company websites, is visible to users’ browsers. “
Dabei werden

Dabei sind zweierlei Daten enthalten: „Custom audiences allow advertisers to upload customer lists to Meta, often including identifiers like email addresses and mobile advertising IDs. These customers, and so-called look-alike audiences made up of similar people, can then be targeted with ads on Meta’s platforms.
The other category of data collection, “events,” describes interactions that the user had with a brand, which can occur outside of Meta’s apps and in the real world. Events can include going to a page on a company’s website, leveling up in a game, going to a physical store, or purchasing a product. These signals originate from Meta software code included in many mobile apps, their tracking pixel, which is included on many websites, and from server-to-server tracking, where a company’s server passes data to a Meta server.“
Die hier u.a. eingesetzte Technik der Meta-Pixel wird auf einer anderen Seite analysiert: Pixel Hunt. Millions of Meta’s invisible pixels are embedded on websites across the internet. The Markup is investigating exactly what those pixels track about the public. The Markup

Fragmentiertes Internet

Michael Moorstedt: Ratlosigkeit online. Immer seltener gelingt es dem Internet, gesamtgesellschaftliche Trends zu artikulieren. Das liegt nicht nur am Niedergang des früher Twitter genannten Netzwerks, Süddeutsche Zeitung 14.01.2024 (hinter der Bezahlschranke) Schon durch die Einschränkung der Analysetools von X und Facebook wird es schwierig, Trends zu erkennen. Die Empfehlungsalgorithmen verstärken außerdem zunehmend nicht mehr populäre Inhalte, sondern „Nischen bis auf Mikroebene“, die zudem personalisiert werden. Ein Internet, in dem sich Inhalte verflüchtigen, wird zum „Vapor Web“. „Das Paradoxe daran: Im Vapor Web finden nicht weniger Konversationen und Austausch statt, sondern wahrscheinlich mehr als je zuvor.“ Deren Popularität sei aber nicht mehr quantifizierbar.

AI Chatbot Lotti

Lotti https://lotti.ai/ ist ein per künstlicher Intelligenz gesteuerter Chatbot, der kostenlos in einfachen Worten alle Fragen über Apps, Online-Bezahlmethoden, Doctolib usw. beantwortet. „Lotti ist deine Expertin für alle Fragen zu digitalen Themen und macht deinen Lernprozess individuell, einfach und flexibel.“ Zielgruppe sind vor allem ältere Personen, die noch nicht Handy- oder Internet-erfahren sind.

Soziale Medien verändern Gehirn

Der transdisziplinäre Rat für Digitale Ökologie (rdö) hat ein Positionspapier „Social Media als Verhaltenssucht“ erstellt. Der Inhalt:
„Social-Media-Plattformen manipulieren gezielt unser Dopaminsystem. Sie machen sich die Mechanismen des menschlichen Lernens zu Nutze. Das ergeben neueste neurologische Forschungen. Schon seit über hundert Jahren sind Werbeindustrie und Verhaltenswissenschaft miteinander verschränkt. Durch das Internet und seine Datenmengen ist dieses Zusammenspiel um ein Vielfaches wirkmächtiger geworden.
In unserem Positionspapier zeichnen wir nach, was das Scrollen neurologisch im Gehirn auslöst und wie Tiktok, Linkedin, Instagram & Co. eine Wirkmacht entfalten, die die Nutzung von Social Media zu einer nicht enden wollenden Gewohnheit machen. Der Schritt zur Social-Media-Sucht ist dann nicht mehr groß.
Das Papier behandelt:
– Wie lernen Menschen? Und welche Rolle spielt dabei Dopamin?
– Welche Design-Elemente manipulieren unser Nutzungsverhalten? („Persuasive Design“)
– Welche Rolle spielen die Algorithmen, die uns Inhalte empfehlen?
– Warum ist es wichtig, dass Social-Media-Sucht offiziell als Sucht anerkannt wird?
– Wie müssen Social-Media-Plattformen reguliert werden, um die Suchtgefahr einzudämmen?
– Welche weiteren Maßnahmen kann die Politik ergreifen?“

Kai Wiedermann: Instagram, Tiktok & Co.: Forscherin warnt vor Schäden. Berliner Morgenpost 12.12.2023

Farangies Ghafoor: Hirnforscherin über soziale Medien: „Das größte Experiment der Menschheitsgeschichte“. Bei Menschen, die intensiv soziale Medien nutzen, könnte sich das Gehirn verändern – ähnlich wie bei ADHS, sagt Frederike Petzschner. Welche Folgen das für uns hat und wie Tiktok das für sich nutzt, Tagesspiegel 12.01.2024 Im Gespräch (hinter der Bezahlschranke)
„Die Idee eines sozialen Netzwerkes ist nicht falsch, sie ist sogar gut. Die Frage ist, ob das soziale Netzwerk einen Algorithmus haben sollte, der dazu führt, dass man es möglichst lange benutzt.“

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