Podcasts suchen

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Podcasts kann man beim IPhone über iTunes suchen, bei Android Geräten im Google Play Store mit dem Stichwort Podcast. Über die interne Suche in den Apps hinaus ermöglichen spezielle Webseiten das Hören und Aufnehmen von Podcast. Im Deutschen https://www.phonostar.de/, im englischsprachigen Bereich http://www.podcasts.com/,  https://www.mixcloud.com/, https://audioboom.com/, https://www.acast.com .

Spezielle Suchmaschinen ermöglichen die Suche in den Inhalten selbst, indem die gesprochene Sprache in Text umgewandelt wird: https://www.listennotes.com/, https://fluiddata.com , https://www.spaactor.com/ (deutsch)

oder aber die Metadaten ausgelesen werden (alles deutsche Suchmaschinen):

https://fyyd.de/, https://panoptikum.io/, https://wissenschaftspodcasts.de/, https://www.podcast.de

RSS-Feeds: Tot, lebendig oder wiederauferstanden?

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RSS ist tot, lautet ein Kommentar auf heise online (Fabian A. Scherschel: RSS ist tot und das ist eine Schande heise online 03.08.2013  ) Zuletzt hat Firefox den RSS-Reader entfernt und wo früher der Zugang zu RSS mit Hilfe des Symbols leicht möglich war, ist der Zugang meist nur noch versteckt in Untermenüs wie Services möglich.
Aber bedingt durch die Fake-News in den sozialen Medien steigt die Nutzung von RSS wieder an. Marcus Schuler: Totgesagte leben länger, tagesschau.de 15.06.2018  und Wiederauferstanden von den Toten, detector.fm 26.06.2018

RSS ermöglicht es, vertrauenswürdige Medien und auch Blogs, die oft nur unregelmäßig veröffentlichen, zu abonnieren und sich mit dem Überfliegen der Schlagzeilen schnell einen Überblick zu verschaffen. Webseiten, die keinen RSS-Feed anbieten, können mit feed43  in RSS-Feed verwandelt werden. Einen Überblick über die Tools erhält man auf tn3 „RSS-Reader: Die besten Plattformen und Apps für echte Feed-Junkies“ 
Viele Benutzer verstehen allerdings nicht, sich einen digitalen Arbeitsplatz mit verschiedenen Tools einzurichten oder verschiedene Quellen z.B. mit Netvibes  zu aggregieren.

P.S. Am 13.8. erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Liebesbrief an RSS: „Meine Verehrung gilt einer Technologie, und die Adressaten sind meine Leser.“ Simon Hurtz: Darum sollten Sie RSS nutzen, Sueddeutsche Zeitung 13.8.2018
Der RSS-Feed meines Blogs: http://www.retrievaldreams.de/blog/feed/

Daten als Menetekel 5: Messstationen zur NO 2 Messung

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Die Messstationen zur NO2-Messung, die nach der RICHTLINIE 2008/50/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 21. Mai 2008 über Luftqualität und saubere Luft für Europa und der Neununddreißigsten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen – 39. BImSchV) Anlage 3 C. Kleinräumige Ortsbestimmung der Probenahmestellen aufgestellt werden sollten, stehen Großteils an Stellen, die den Vorgaben nicht entsprechen. Siehe dazu Holger Douglas: Große Leseraktion: Wie manipulieren Messstationen die Feinstaubmessung in Ihrer Stadt?, Tichys Einblick 23.03.2018. D.h. die Messwerte sind teilweise nicht valide und nicht miteinander zu vergleichen.

Während die Problematik von Bundesregierung und Städten ignoriert bzw. geleugnet wurden (z.B. Wiesbaden), hat die Verkehrsministerkonferenz am 19.4.2018 unter Punkt 4.2 der Tagesordnung: Luftreinhaltung b) Valide NO2 -Messungen als Grundlage für rechtssichere Luftreinhaltepläne gefordert, die Validität von Standorten von Messstellen gemäß den europäischen Vorgaben zu überprüfen. U.a. wird gefordert:
„Die Verkehrsministerkonferenz hält es für erforderlich, dass die Installation der Messeinrichtungen bundes- und europaweit nach einem einheitlichen Maßstab erfolgt, weil Vergleiche der Messergebnisse und die erforderliche rechtliche
Gleichbehandlung der vor Ort Betroffenen andernfalls unmöglich wären. Die Verkehrsministerkonferenz regt an, dass bei der Überprüfung insbesondere Fragen geklärt werden wie
a) der vorgeschriebenen räumlichen Repräsentativität der Messungen für ein größeres Gebiet in einer Stadt, nicht nur für einen kleinen Raum in unmittelbarer Nähe der Messstation,
b) der zeitlichen Relevanz hinsichtlich des Zeitraums, in dem die Bevölkerung einer relevanten Belastung ausgesetzt ist,
c) der korrekten Platzierung des Messeinlasses der Station,
d) der vorgeschriebenen Vermeidung von Messungen im Rückstau vor Kreuzungen,
e) die vorgeschriebene Vermeidung von Messungen unterhalb von Hindernissen wie z. B. Bäumen.“

Nachtrag:
Sebastian Viehmann: „Das ist Volksverdummung“. Das Diesel-Desaster: Neue Dokumentation zeigt Irrsinn von Fahrverboten, in: Focus Online 09.01.2019
Das Diesel Desaster ARD 07.01.2019 Verfügbar bis 07.01.2020

Daten als Menetekel 4: Das Geheimnis der 400.000

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In der politischen Diskussion sind Daten Grundlage einer rationalen Diskussion. Daten als Menetekel verschleiern und manipulieren diese Diskussion. Das Beispiel Fachkräftemangel in Deutschland. Es sollen Fachkräfte fehlen
2005   400.000
2007   400.000
2008   400.000
2010   400.000
2017   400.000
2018   500.000

In der Schweiz fehlen bis 2030 auch Fachkräfte. Es sind – wen könnte es wundern – 400.000.

400.000 sind offensichtlich eine Zahl, mit der man Meinungsbildung in der Öffentlichkeit betreiben kann, ohne direkt in Handlungsoptionen einsteigen zu müssen. Dass es nämlich konkret einiges zu diskutieren gäbe, zeigen schon einige kritische Beiträge
„Fachkräftemangel ist ein Kassenschlager“
Jakob Osman: So führen uns Politiker und Lobbyisten in die Irre. Das Märchen vom Fachkräftemangel, Manager Magazin 09.03.2017

Nachtrag im Dezember: Wieviel Personen sind beim Einwanderungsgesetz als Fachkräfte erforderlich? Natürlich 400.000: „Nettozuwanderung von 400.000 Personen pro Jahr nötig“ WELT online 15.12.2018

Bernd Kramer: Fachkräftemangel? Schön wär’s!, in: Zeit Online 17.12.2018

Analyse der politischen Facebook-Diskussion in Österreich

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„Der Digitalreport ist ein Projekt, das das Wissen über digitale Themen fördern soll. Gestartet hat es Ingrid Brodnig als Digital Champion Österreichs, eine unabhängige Funktion zur Förderung des Bewusstseins über die Digitalisierung. Der Digitalreport liefert eine Datenanalyse, Fachbeiträge und Unterrichtsmaterialien für Lehrerinnen und Lehrer.“ https://www.digitalreport.at/

Dieses österreichische Projekt hat mittels der Programmierschnitstelle (API) von Facebook und einem selbst entwickelten Python-Skript, das als Open Source bei Github zur Verfügung gestellt wird github.com/Digitalreport die Struktur der politischen Diskussion in Österreich auf Facebook analysiert. Siehe dazu auch die die interessanten Methodik-Ansätze „Luca Hammer: Datenanalyse im Zeitalter sozialer Netzwerke. Wie einfach und doch schwierig das Erstellen von Datenanalysen ist“ https://www.digitalreport.at/datenanalyse-im-zeitalter-sozialer-netzwerke/
Abgesehen von den österreichischen Besonderheiten ist festzuhalten:
„Auf den politischen Facebook-Seiten dominiert eine Minderheit den Diskurs. Ein Fünftel der User verfasst knapp drei Viertel aller Postings (konkret 73 Prozent)“
In einem gesonderten Beitrag werden noch einmal die Postings während des Nationalratswahlkampfs 2017 analysiert. Gefunden wird eine Minderzahl von äußerst aktiven Usern sowie auch automatisierte Einträge. „Unsere Recherchen zeigen, dass es noch weitere simple Möglichkeiten gibt, den politischen Diskurs zu manipulieren. Zahlreiche Webseiten verkaufen täuschend echte Fake-Fans mit Namen und Foto. In Foren bieten Menschen ihre echten Accounts an. Gegen Geld liken oder kommentieren sie die gewünschte Seite.“

Eine exemplarische Analyse, die verständlich dargestellt und grafisch gut aufbereitet ist.

Filterblase bei Google?

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Die Personalisierung von Suchergebnissen der Suchmaschinen und die Vernetzung der sozialen Netzwerke hat Vor- und Nachteile. Wenn ich mich für Golf als Sport interessiere und Treffer, die sich mit dem Auto oder dem Golfstrom befassen, nicht anklicke, zeigen die Algorithmen mir in Zukunft  ähnliche Treffer und die dazugehörige Werbung an. Je häufiger ich bestimmte Seiten anklicke, desto häufiger werden sie angezeigt. Im Extremfall wird mir die eigene Webseite an einer der ersten Stelle der Suchergebnisse angezeigt, weil sie ständig kontrolliert und aufgerufen wird, während sie für alle anderen Nutzer fast unsichtbar ist. Auch das Gerät, PC, Tablet, Handy mit Betriebssystem und Browser werden ausgelesen. Bei der gleichen Suchfrage erhält man mit unterschiedlichen Geräten unterschiedliche Suchergebnisse und teilweise auch unterschiedliche Preise in Internetshops und bei der Buchung von Reisen.
Ob daraus eine Filterblase entsteht, ist umstritten. Siehe z.B. Sebastian Meinek: Deshalb ist „Filterblase“ die blödeste Metapher des Internets, motherboard 9.3.2018 
Auf jeden Fall kann ich dem als Benutzer aktiv entgegentreten, indem ich Suchverlauf und Cookies regelmäßig lösche, den Browser durch ergänzende Tools wie Ghostery absichere oder noch besser, von vornherein in einer virtuellen Umgebung unterwegs bin. Außerdem bin ich als Benutzer aktiv gefordert und nicht willenloses Objekt der Suchmaschine: Fuck the Bubble: So bringst du deine Filterblase zum Platzen

Konkrete Untersuchungen zu den Auswirkungen der Personalisierung sind leider bislang nicht überzeugend. Das
Forschungsprojekt „#Datenspende: Google und die Bundestagswahl 2017“  hat sich jetzt dieser Problematik gewidmet. Die Untersuchung beruht auf der Suche nach 9 Politikern und Parteien, die in regelmäßigen Abständen wiederholt wurden. Als Ergebnis stellte sich heraus, dass die Suchergebnisse nur unwesentlich voneinander abweichen.
Die Problematik bei dieser Studie liegt bei der Art der Suchfragen. Sie beschränken sich auf das, was man im Retrieval Known-Item-Search bezeichnet, die Suche nach Fakten, die man schon vorher kennt. Die Aussagekraft ist also sehr begrenzt. Welche Folgen Personalisierung unter welchen Umständen auf die Informationsversorgung haben kann, ist damit nicht geklärt.

Daten als Menetekel 3: 500000 Zuwanderer

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Wie man aus einem Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsinstitute Menetekel- Fake-News macht

„Wir brauchen Rente mit 70 – oder 500.000 Zuwanderer im Jahr“ titelt die WELT https://www.welt.de/wirtschaft/article175616647/Wir-brauchen-Rente-mit-70-oder-500-000-Zuwanderer-im-Jahr.html 19.04.2018 und fährt im Artikel fort:
„Um die Beitragssätze angesichts der neusten Versprechen der Regierung stabil zu halten, sehen die Forscher nur zwei Optionen: Entweder die Deutschen arbeiten künftig bis über 70. Oder sie gewinnen junge, erwerbstätige Zuwanderer. In dem Fall müssten den Berechnungen zufolge jährlich mehr als 500.000 Menschen ins Land kommen.“

Mit dem entsprechenden Tenor ging diese Meldung durch die anderen Medien.

Im Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsinstitute S. 61 steht das genaue Gegenteil:
„Ein Anstieg des Beitragssatzes zur Gesetzlichen Rentenversicherung könnte zwar grundsätzlich durch eine Erhöhung des Renteneintrittsalters über 67 Jahre hinaus oder durch eine höhere Zuwanderung jüngerer Erwerbstätiger verhindert werden. Beides scheint jedoch angesichts der notwendigen Größenordnungen wenig realistisch: Um den Beitragssatz zur Gesetzlichen Rentenversicherung nach Einführung der geplanten Leistungsausweitungen langfristig auf 20 Prozent zu deckeln, müsste das Renteneintrittsalter rechnerisch auf über 70 Jahre steigen oder die Zuwanderung jüngerer Erwerbstätiger in jedem Jahr über 500.000 Personen betragen.“

Sie fordern also weder das eine noch das andere, sondern kritisieren die Rentenerhöhung der Bundesregierung.

Kann Vertrauen digital erzeugt werden?

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Der Blockchain-Hype setzt darauf, dass die Prozesse und das Datenmanagment sicher und effektiver ablaufen. Sind dadurch gleichzeitig die Inhalte glaubwürdiger? Kann Vertrauen digital erzeugt werden? Kai Stinchcombe, Chef eines Finanzdienstleisters, sagt nein:

„Blockchain systems do not magically make the data in them accurate or the people entering the data trustworthy, they merely enable you to audit whether it has been tampered with. A person who sprayed pesticides on a mango can still enter onto a blockchain system that the mangoes were organic. A corrupt government can create a blockchain system to count the votes and just allocate an extra million addresses to their cronies. An investment fund whose charter is written in software can still misallocate funds.“

Das eigentliche Problem seien nach wie vor die Voraussetzungen und die Vertrauenswürdigkeit der Daten, die am Anfang der Prozesskette stehen.

Kai Stinchcombe: Blockchain is not only crappy technology but a bad vision for the future, Medium 05.04.2018

Sieht so das Internet der Zukunft aus? Die Blockchain soll das Geschäftsleben revolutionieren und eine neue Ära der Demokratie einläuten. Nun gibt es erste Dienste, die erahnen lassen, wohin die Reise geht. Tagesanzeiger 10.07.2018 

Das Web: Saugt es uns aus – oder saugt es uns auf?

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Maurizio Ferraris Professor für theoretische Philosophie an der Universität Turin nähert sich den Fragen „Was ist das Web?“ und „Worin besteht unsere Aufgabe im Netz?“, mit einem Aufsatz „Das Web: Saugt es uns aus – oder saugt es uns auf?“ Neue Zürcher Zeitung vom 1.7.2018, indem er sechs Dilemmata skizziert. Dilemma „bezeichnet eine Situation, die zwei Möglichkeiten der Entscheidung bietet, die beide zu einem unerwünschten Resultat führen“

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