Dennis-Kenji Kipker (Direktor des cyberintelligence.institute international zu Cybersicherheit, digitaler Resilienz sowie IT-Recht in China und den USA): Belege sind entscheidend
Negative Google-Bewertungen können zur Rechtsfalle werden. Focus Online 29.08.2026
„Wer eine Bewertung im Internet veröffentlicht, bewegt sich nicht in einem rechtsfreien Raum, auch wenn es oft so wirkt. Besonders wichtig ist dabei die Trennung zwischen Tatsachenbehauptungen und persönlicher Meinung. Während eine subjektive Einschätzung wie etwa der Hinweis auf eine unfreundliche Bedienung in aller Regel von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, können unbewiesene Tatsachenbehauptungen schnell zu einer Abmahnung führen.
Wer beispielsweise pauschal von Betrug spricht, ohne dies belegen zu können, geht damit ein erhebliches rechtliches Risiko ein. In der Praxis nutzen manche Kanzleien genau solche Formulierungen, um mit Abmahnungen und Löschanträgen Geld zu verdienen. Wer seine Bewertung jedoch sorgfältig formuliert und die eigene Wahrnehmung als solche erkennbar macht, befindet sich in aller Regel auf der sicheren Seite.“
Unternehmen versuchen zunehmende, negative Bewertungen löschen zu lassen. Wer sie wieder herstellen will, braucht Belege, dass er tatsächlich Kunde war. Frage ist, wie aussagekräftig Bewertungen überhaupt noch sind.