Jimmy Wales über Vertrauen

Jimmy Wales in SFR Kultur: Sternstunde Philsophie 16.11.2015
„Wer kennt sie nicht: die Online-Enzyklopädie Wikipedia mit ihren über 60 Millionen Beiträgen in über 300 Sprachen. Sie verspricht, neutral und objektiv das Wissen der Menschheit zu sammeln. Nicht alle glauben an das Versprechen. Elon Musk hat mit «Grokipedia» vor Kurzem ein Gegenprojekt lanciert.

Jimmy Wales liebte schon als Kind Enzyklopädien – und er war ein Computernerd. Mit viel Wagemut, Know-how und «pathologischem Optimismus», wie der US-Amerikaner und Wahlbrite von sich sagt, hat er das grösste frei zugängliche Online-Nachschlagewerk der Welt geschaffen, mit dem heute auch viele KI-Modelle trainiert werden.

Für Wales gibt es nichts Grossartigeres, als die Welt zu verstehen und das Wissen zu bewahren und um möglichst viele Perspektiven zu erweitern. Deshalb arbeitet das Unternehmen nicht kommerziell und unabhängig von Werbung. Doch der «Tempel für den Geist» wird immer wieder attackiert – nicht nur von Elon Musk, sondern auch von seinem ehemaligen Mitstreiter Larry Sanger, die Wikipedia eine linksliberal geprägte Voreingenommenheit nachsagen.

Jimmy Wales glaubt dennoch an sein Werk und wirbt in seinem soeben erschienenen Buch «Die 7 Regeln des Vertrauens» für den Glauben an die Kraft der Kooperation.“

Pubservatory

Pubservatory: Neues Tool der ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften zur Pflege der PubMed-Datenbank.
„Jede aktuelle Literaturdatenbank erfordert Wartung. Fehler müssen korrigiert, Duplikate entfernt und neue Publikationen hinzugefügt werden. Seit über 150 Jahren pflegt die National Library of Medicine in den USA die PubMed-Datenbank auf diese Weise und gewährleistet so ihre hohe Qualität. Pubservatory macht diese Arbeit sichtbar und transparent.Was ist Pubservatory?
Pubservatory bietet wöchentliche Einblicke in die Änderungen an PubMed, einer der weltweit wichtigsten Datenbanken für biomedizinische Literatur. Unsere Plattform visualisiert sowohl Ergänzungen als auch Löschungen und gibt Forschern, Bibliothekaren und Informationsfachleuten einen klaren Einblick darin, wie sich PubMed im Laufe der Zeit entwickelt.Löschungen verstehen
Die überwiegende Mehrheit der Löschungen in PubMed sind Duplikate. Das bedeutet, dass der Artikel selbst in der Datenbank verbleibt – nur redundante Einträge werden entfernt. Löschungen bedeuten in der Regel nicht, dass ein Artikel dauerhaft aus PubMed entfernt wurde, sondern vielmehr, dass doppelte Datensätze bereinigt wurden, um die Datenbankqualität zu gewährleisten.
*Hinweis: Wir arbeiten an einer neuen Veröffentlichung, die für das Frühjahr 2026 geplant ist und doppelte Löschungen direkt identifizieren und markieren wird, um die Art jeder Änderung besser zu verstehen.
Funktionen
Track-Ergänzungen und -streichungen wöchentlich
Interaktive Grafiken, die Trends in der Datenbankpflege über die Zeit zeigen
Klicken Sie sich durch wöchentliche Zusammenfassungen, um einzelne Artikel zu sehen, die hinzugefügt oder gelöscht wurden
Sehen Sie sich kombinierte Daten oder separate Graphen für Hinzufügungen und Löschungen mit optimierter Skalierung an
Alle Änderungen sind dokumentiert und zur Analyse zugänglich.“

Zensur im Internet?

Wer bestimmt den digitalen Diskurs? Eine Untersuchung zeigt, wie staatlich finanzierte NGOs die Online-Debatte in Deutschland steuern – und warum das die Meinungsfreiheit gefährdet. Liber-Net, eine „digitale Bürgerinitiative„, hat hierüber einen Überlick erstellt.
liber-net: Das Zensurnetzwerk: Regulierung und Repression im heutigen Deutschland 19.11.2025
„In den letzten Jahren haben investigative Berichte eine Reihe koordinierter Bemühungen aufgedeckt, die darauf abzielen, die Meinungsfreiheit im Internet in westlichen Ländern zu unterdrücken. Diese Netzwerke zur Unterdrückung von Informationen, die oft als „Zensur-Industriekomplex” bezeichnet werden (und meist unter dem Deckmantel der „Bekämpfung von Desinformation” oder „Hassrede” operieren), sind insbesondere in den Vereinigten Staaten, im Vereinigten Königreich und in der Europäischen Union weit verbreitet. Innerhalb der EU spielt Deutschland eine überproportional große Rolle in diesem Komplex, mit einer Vielzahl von staatlichen und privaten Knotenpunkten, die sich mit der Überwachung von Online-Äußerungen befassen und sich für eine zunehmende Unterdrückung von Inhalten einsetzen….
In diesem Bericht finden Sie Infografiken, die Aufschluss über die Aktivitäten,
die Zusammensetzung und die Themen dieser Organisationen geben. Die nachstehende Grafik zeigt, wer unserer Meinung nach den Kern des deutschen Netzwerks zur Unterdrückung von Informationen bildet.“

Ende der Gratiskultur im Internet?

Markus Städeli: Mikrozahlungen statt Daten: Neu kann man im Internet Kleinstbeträge ausgeben. Seit Jahrzehnten dominieren im Netz Gratisangebote – die Nutzer bezahlen sie mit ihren Daten statt mit Geld. Nun öffnen Mikrozahlungen den Weg zu völlig neuen Geschäftsmodellen. Neue Zürcher Zeitung 25.11.2025 (hinter der Bezahlschranke)
„Im September haben einflussreiche Techunternehmen die Stiftung x402.org gegründet, um Mikrozahlungen durch einen neuen, offenen Internetstandard zum Durchbruch zu verhelfen. Durch ihn wird das Senden und Empfangen von Zahlungen für Betreiber von Websites, Entwickler sowie Urheber von Inhalten massiv vereinfacht.“ Zahlungen sollen mittels Stablecons erfolgen. Geplant ist, dass KI-Dienste und KI-Agenten Zahlungen bei Zugriff auf Daten leisten. Der Endbenutzer zahlt dann mit seinem KI-Abo.

Das fremdgesteuerte Netz

Adrian Lobe: Neues Feature auf X. Donald Trumps Fans twittern massenhaft aus Nigeria, Russland und Pakistan. Gaza-Berichte aus Polen, Indianer aus Bangladesch und massenweise gefakte Trump-Unterstützer-Accounts in Asien und Afrika. Ein neues Feature auf X verrät die Herkunft eines Accounts. Und es scheint die Existenz riesiger Trollfabriken zu bestätigen. Welt 25.11.2025
Mit einer neuen Funktion auf X können unter dem Beitrittsdatum Standort und Namensänderungen angezeigt werden. „Wie sich herausstellte, werden Teile der MAGA-Accounts aus „Osteuropa“ orchestriert (näher wird der Standort in den Account-Details oft nicht spezifiziert). Ausgerechnet diejenigen, die ein ethnonationalistisches Weltbild vertreten und Patriotismus predigen, erweisen sich nun als vaterlandslose Gesellen. Der Account „Trump Is My President“ ist in Mazedonien gelistet, wo im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 Studenten Fake News schrieben. Damals musste man Tweets noch von Hand schreiben. Heute geht das maschinell mit ChatGPT. Die Mehrzahl der MAGA-Accounts ist, wenn man den Angaben trauen darf, nicht in den USA registriert, sondern in Afrika – hier speziell Nigeria – und Indien. Ist MAGA also vielleicht doch eine aus dem Ausland gesteuerte Geheimdienstoperation? „ Die Standort-Zuordnungen sind wahrscheinlich allerdings nicht in jedem Fall exakt, da sie durch Reisen der Teilnehmer oder VPN verändert sein können.

Tiktok wird zur Schrotthalde der KI

Markus Städeli: Tiktok kämpft mit KI gegen Videos, die Gewalt oder Sex zeigen. Gleichzeitig droht die Plattform von KI-generierten Videos überschwemmt zu werden. Kontrolle und Kontrollverlust liegen sehr nah beieinander: Angesichts von 100 Millionen neuen Videos pro Tag setzt Tiktok längst auf automatisierte Moderation. NZZ 23.11.2025 (hinter der Bezahlschranke)
Beschrieben wird, wie Tiktok gegen die „Zombifizierung“ durch KI kämpft. Die Flut von extremistischen und pornografischen Inhalte kann zwar nur mit Unterstützung der KI gefiltert werden. Andererseits werden den Benutzern selbst KI-Tools zur Verfügung gestellt. „Drittens muss die Plattform aber auch die Gefahr abwenden, das KI-generierte Inhalte überhandnehmen und Nutzer vergraulen.“ Nach Schätzungen sind inzwischen schon über 50 % der Inhalte KI-generiert. Dabei können die Reaktionen in Form von Likes und Kommentaren wiederum von Bots stammen. TikTok will jetzt KI-generierte Inhalte markieren und die Benutzer sollen entscheiden, ob sie KI-generierte Inhalte sehen wollen.

Ablösung der Bibliothekskataloge

Gemeinsame Erklärung zwischen „Deutscher Nationalbibliothek“ (DNB), „Technischer Informationsbibliothek“ (TIB) und „Börsenverein des deutschen Buchhandels e. V.“ (Börsenverein) zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz
„4. Perspektivisch: Ablösung der klassischen Bibliothekskataloge durch KI-gesteuerte Recherchewerkzeuge
Ein Ziel von Bibliotheken zur Ablösung klassischer Bibliothekskataloge sind Aufbau oder Verbesserung von KI-gestützten Recherche-Tools, die eine in natürlicher Sprache formulierte Suchanfrage verarbeiten können oder über die einfache Literatursuche hinaus Zusatzfunktionen wie eine graphische Darstellung ähnlicher Literatur anbieten. Nach dem Wandel vom Zettelkatalog über den OPAC und die Discovery Systeme ist der Schritt zu einer KI-gestützten Recherche ein notwendiger nächster Schritt, um den Erwartungen der Nutzer*innen von Bibliotheken gerecht zu werden. Bibliotheken können sich dabei auf § 60e Abs. 1 UrhG stützen, der die Vervielfältigung für Zwecke der Indexierung und Katalogisierung erlaubt. Im Zentrum neuer, KI-gestützter Recherchewerkzeuge wird nach wie vor eine Übersicht relevanter Suchergebnisse mit Einzelnachweisen von Medien stehen, die anschließend im Rahmen bestehender Lizenzen digital aufgerufen oder physisch aufgesucht werden können. Es sind jedoch Verbesserungen bei der Verarbeitung von Suchanfragen, explorativen Suchmöglichkeiten, der Sortierung von Ergebnislisten und der Anreicherung mit Zusatzinformationen zu erwarten, die eine Bewertung der Ergebnisse erleichtern.“

Supersearcher

„Wie lassen sich Fakten und Fakes unterscheiden? Wie erkennt man verlässliche Quellen – und welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz dabei? Antworten vermittelt das internationale Programm „Super Searchers“, das von Google initiiert und finanziert wurde und nun auch in Deutschland startet. Die dpa setzt das Projekt gemeinsam mit dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) um. Ziel ist es, Medien- und Informationskompetenz in die Breite der Gesellschaft zu tragen.
Nach dem Prinzip „Train the Trainer“ bieten dpa und dbv im Frühjahr 2026 kostenfreie Online-Seminare, Infomaterialien, didaktische Tipps und Praxisbeispiele an, die sich insbesondere an Fachkräfte aus Bibliotheken und dem Bildungssektor richten. So werden diese in die Lage versetzt, unterschiedliche Ziel- und Altersgruppen praxisorientiert und niedrigschwellig zu erreichen.
Der Fokus liegt auf Suchsicherheit bei der Online-Recherche, kritischer Bewertung von Informationen und dem Erkennen von Falschbehauptungen. „Informationskompetenz ist eine Grundvoraussetzung
Presseportal dpa 05.11.2025

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